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Alltagsbewegung versus Sport

LandesSportBund Niedersachsen

Beginnen kann man schon bei den Alltagsaktivitäten: im Garten arbeiten, mit den Kindern toben oder ein regelmäßiger, strammer Spaziergang. Und natürlich die eigenen transportbezogenen Gewohnheiten unter die Lupe nehmen: Treppen statt Aufzug oder Rolltreppe benutzen und das Auto mal stehen lassen und zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren.

Damit ist schon eine Menge erreicht, aber ausreichend ist dies sicher noch nicht.

Zusätzlich zur normalen Alltagsaktivität wird ein Kalorienverbrauch von 800- 1000 kcal pro Woche als gesundheitlich relevante Minimalbeanspruchung empfohlen.

Erst ein regelmäßiges körperliches Training stellt also einen zuverlässigen Schutzfaktor dar.

Wie muss nun aber dieser Sport aussehen, um seine präventiven Wirkungen entfalten zu können? Denn nicht jeder Sport ist, wie man weiß, per se gesund.

Zunächst einmal gilt:

einmal ist besser als keinmal, auch wenn die Trainingswissenschaft mindestens drei Einheiten pro Woche empfiehlt und diese auch anzustreben sind.

Aber das kommt möglicherweise von ganz allein, wenn ein wichtiges didaktisches Prinzip beachtet wird: auch Gesundheitssport soll Spaß machen.

Denn Menschen sind und bleiben nur dann motiviert, wenn sie mit Freude trainieren. So kann auch die eine oder andere Anfangsschwierigkeit überwunden werden.

Wichtige Inhalte präventiver Sportprogramme sind

  • Ausdauertraining,
  • Kraft- und Beweglichkeitstraining sowie
  • Koordinations- und Entspannungstraining.
Große Gruppe Läufer von hinten auf einem Weg durch Wiesen und Felder

Bildrechte: Klaus Eppele, fotolia.de

Ein moderates Ausdauertraining, z.B. durch Sportarten wie Laufen, Schwimmen, Radfahren oder Skilanglauf, wirkt sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus, verbessert die Blutfettwerte und senkt den Blutdruck. Es beugt der Altersdiabetes vor, stärkt das Immunsystem und trägt zur Stimmungsverbesserung bei

Dabei entfaltet sich seine gesundheitsprotektive Wirkung, was für den Gesundheitssport ganz allgemein gilt, aber erst dann, wenn es kontinuierlich und langfristig betrieben wird.

Ab dem 25. Lebensjahr verlieren wir ohne entsprechende Gegenmaßnahmen etwa ein Prozent unserer Muskelmasse pro Jahr. Gerade die Rumpfmuskulatur, die den aufrechten Gang ermöglicht, neigt zur Abschwächung. Als Folge treten häufig funktionale Beschwerden auf, die mit Massagen allein nicht wirksam behandelt werden können. Ein wohldosiertes Krafttraining bewirkt eine Stabilisierung und Sicherung der Wirbelsäule, schüzt zudem vor Osteoporose und stellt ein wichtiges Element der Sturzprophylaxe dar.

Auch das Koordinationstraining ist in diesem Zusammenhang von großer Bedeutung, trägt es doch dazu bei, den Alltag selbständig und sicher bis ins Alter bewältigen zu können.

Das komplexe Zusammenspiel von Nervensystem und Muskulatur, das unsere Bewegung überhaupt erst ermöglicht, muss regelmäßig trainiert werden, damit es zuverlässig funktioniert. Wir alle wissen, wie schwierig es ist, eine neue Bewegung zu erlernen - zum Beispiel Schlittschuhlaufen -, wie oft man probieren und üben muss und zwischendurch immer wieder hinfällt, bis sich ein stabiles Bewegungsmuster herausgebildet hat. Wird dieses System nicht mehr beansprucht, geht auch die Bewegungskoordination und damit die Körperbeherrschung zunehmend verloren.

Gymnastikgruppe in einer Sporthalle

Bildrechte: LSB

Durch ein gezieltes Training der Beweglichkeit und der Dehnfähigkeit lassen sich ungünstige Alltagshaltungen und einseitige Beanspruchungen - der moderne Mensch verbringt den größten Teil seines Tages im Sitzen - kompensieren. Damit kann die natürlich Bewegungsfähigkeit erhalten und einer Einschränkung der Alltagsmotorik, die zum Beispiel das Schuhebinden oder das An- und Auskleiden erschwert, vorgebeugt werden.

Der Stellenwert von Entspannungsübungen schließlich erklärt sich angesichts unserer immer hektischer werdenden Arbeitswelt und dem Dauerfeuer moderner Kommunikationsmedien fast von selbst.

Ergänzend zu diesen vor allem auf physische Aspekte bezogenen Trainingswirkungen werden, insbesondere im so genannten Gesundheitssport, auch psychosoziale Gesundheitsressourcen gefördert. Dazu gehören

  • ein verbessertes Stimmungsmanagement,
  • der Erwerb von Handlungs- und Kompetenzwissen als Voraussetzung für ein gesundheitsförderndes Alltagsverhalten,
  • die Entwicklung eines positiven Körperkonzepts,
  • die Entwicklung von Selbstwirksamkeitsüberzeugungen sowie
  • die Erfahrung von sozialer Kompetenz und Einbindung.

Das Engagement für das eigene Wohlbefinden und die eigene Gesundheit ist wichtiger Bestandteil einer selbstbestimmten Lebensgestaltung. Deshalb sollten Sport und Bewegung im Alltag einen selbstverständlichen Platz einnehmen. Viele Krankenkassen unterstützen die individuellen Aktivitäten zur Prävention und Gesundheitsvorsorge, z. B. indem sie Kurskosten erstatten.

Die Website www.sportprogesundheit.de bietet die Möglichkeit, wohnortnahe zertifizierte Gesundheitssportangebote mit den unterschiedlichsten inhaltlichen Ausrichtungen zu finden.

Gruppe winkender Radfahrerinnen
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